Sorgende Gemeinschaften brauchen professionelle Brückenbauer

Bericht vom BAG LSV Kongress:

Unter dem Titel „Das Altersheim kann warten, KI und sorgende Gemeinschaften“ führte die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesseniorenvertretungen (BAG LSV e.V.) am 23. und 24. Juni 2026 einen viel beachteten Fachkongress in Berlin durch. Das Fazit des Kongresses lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Das Altersheim kann warten, wenn drei Dinge zusammenkommen, nämlich politische Verantwortung, starke Gemeinschaften und professionelle Brückenbauer. Entscheidend ist dabei, digitale Angebote mit aufsuchenden Angeboten zu verknüpfen, sie in bestehende Strukturen und Prozesse vor Ort einzubinden sowie Kommunikation und Koordination weiter auszubauen.

In seinem Impulsreferat „Sorgende Gemeinschaften: Warum Engagement professionelle Strukturen braucht“ und in einer anschließenden Podiumsrunde stellte BaS-Vorsitzender Franz-Ludwig Blömker in den Mittelpunkt, wie ältere Menschen möglichst lange selbstbestimmt in ihrem vertrauten Lebensumfeld leben können. Dabei machte er deutlich: Selbstbestimmung im Alter gelingt dort am besten, wo politische Verantwortung, engagierte Nachbarschaften und professionelle Unterstützungsstrukturen zusammenwirken. Ehrenamtliches Engagement ist dabei unverzichtbar – es braucht jedoch eine verlässliche Begleitung und Koordination durch Seniorenbüros, Mehrgenerationenhäuser, Quartiersmanagement und vergleichbare Einrichtungen. Sie schaffen die Voraussetzungen dafür, dass aus Hilfsbereitschaft tragfähige Unterstützungsnetzwerke entstehen.

Mit Blick auf das Thema des zweiten Veranstaltungstages griff Blömker zudem die Rolle der Digitalisierung auf. Künstliche Intelligenz und digitale Werkzeuge können menschliche Zuwendung nicht ersetzen, aber dazu beitragen, Organisation zu erleichtern, Engagement besser zu vernetzen und mehr Zeit für persönliche Begegnungen zu schaffen. Damit bekräftigte er eine zentrale Kongress-Botschaft des BAG LSV-Vorsitzenden Helmut Hirner: Hi-Tech schafft Raum für Hi-Touch.

Ebenso wirkten Margit Hankewitz (BAGSO-Vorstandsmitglied) und Peter Stawenow (BaS-Vorstandsmitglied) am Kongress mit und brachten insbesondere Erfahrungen zum Berliner Altenhilfestrukturgesetz und zur Arbeit des Sozialwerks Berlin ein. Die Seniorenarbeit des Sozialwerks belegt eindrücklich, wie ehrenamtliches Engagement zu einem guten Leben im Alter führt, dass durch das neu geschaffene Altenhilfestrukturgesetz in Berlin die nötigen Rahmenbedingungen erhalten hat.