Feier des Altenhilfestrukturgesetz im Sozialwerk Berlin e.V.
Auf der Feier zum Altenhilfestrukturgesetz Berlin am 04.07.2026 mit zahlreichen und namhaften Personen des Seniorenbeirats und der Seniorenvertretung Berlin, Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Verbänden und Vorstandsmitgliedern der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros (BaS) sang der Schlösschenchor des Sozialwerks Berlin e. V. das Lied „Über sieben Brücken musst du gehen“. Der Liedtext steht für das Durchhaltevermögen, das der Landesseniorenbeirat Berlin bewies, als er sich ganz maßgeblich für die Umsetzung des § 71 SGB XII (Altenhilfe) stark gemacht hat. Peter Stawenow (Vorstandsmitglied der BaS) und Margit Hankewitz (Vorstandsmitglied der BAGSO) haben zusammen mit den Senior:innen im Landesseniorenbeirat und der Landesseniorenvertretung Berlins den Anstoß gegeben wie auch mit den Mitgliedern und Freunden des Sozialwerks Berlin e. V. sowie der BaS und Bagso nicht locker gelassen und damit ganz wesentlich dazu beigetragen, dass das Altenhilfestrukturgesetz in Berlin seinen Weg bis ins Abgeordnetenhaus gefunden hat.
Im Mai 2026 war es endlich soweit, dass das Land Berlin als erstes Bundesland, ein Altenhilfestrukturgesetz (AhStG) beschlossen hat.
Es konkretisiert den § 71 SGB XII, um älteren Menschen in allen Bezirken verlässliche, planbare Unterstützungs- und Begegnungsangebote sowie Beratung, Teilhabe und Prävention zu garantieren und damit insbesondere Pflegebedürftigkeit, Altersarmut sowie Einsamkeit vorzubeugen.
Das Gesetz ergänzt den § 71 SGB XII und macht die Altenhilfe einmal mehr zu einer verbindlichen kommunalen Pflichtaufgabe.
Mit dem Gesetz werden drei Bereiche definiert:
- Information und Beratung, 2. Teilhabe und Begegnung (u.a. Begegnungsstätten zur Vermeidung von Einsamkeit) und 3. Einkommensabhängige Einzelfallleistungen (z.B. Kostenübernahme für einen Hausnotruf oder umzugsbedingte Aufwendungen).
Ziel des Gesetzes ist auch, dass die Bezirke verpflichtet werden, vergleichbare Grundausstattungen und Infrastrukturen für ältere Menschen zu schaffen. Damit soll zugleich verhindert werden, dass die Altenhilfe-Angebote und Leistungen von der jeweiligen Postleitzahl abhängen. Weiterhin findet eine Wirkungsüberprüfung statt indem verbindliche Maßnahmen, Standards und eine regelmäßige Evaluation zur Qualitätssicherung gesetzlich verankert sind.
Mit dem Berliner Altenhilfestrukturgesetz ist „etwas ganz Großes geschaffen“ worden – so die Worte von Peter Stawenow im Rahmen der feierlichen Enthüllung der Metallplastik „Der Bogen“, der die von ihm geprägten zwölf „B“ für ein gutes Leben in (jedem) Alter: „Bewegung – Bildung – Begleitung – Barrierefreiheit – Beteiligung – Beratung – Begegnung – Bedürftigkeit – Bewohnen – Beköstigung – Bedienungsfreundlichkeit – Betätigung“ zeigt.
Dieses Gesetz kann und sollte Vorbild für weitere Bundesländer sein. – Herzlichen Glückwunsch nach Berlin und herzliche Glückwünsche an die Initiator:innen.
Ausführlicher Bericht und Bilder zur Feier auf der Seite des Sozialwerks Berlin e.V.
Bild: v.l.n.r Jens Bechtloff, Margit Hankewitz, Dagmar Vogt-Janssen und Peter Stawenow vor der neuen Metallplastik „Der Bogen“ im Garten des Sozialwerks
