Digitaler Stammtisch zum Weltaltentag: Austausch über Altersbilder, Digitalisierung und Teilhabe

Passend zum Weltaltentag wurde beim digitalen Stammtisch für Ehrenamtliche lebhaft über unterschiedliche Bilder vom Alter diskutiert.

Den Teilnehmenden war es wichtig, dass ältere Menschen und die Leistungen, die sie im Laufe ihres Lebens erbracht haben, wahrgenommen und wertgeschätzt werden. Viele jüngere Menschen, so ein Eindruck aus der Gesprächsrunde, hätten heute nur wenig Wissen darüber, unter welchen Bedingungen Menschen im Nachkriegsdeutschland aufgewachsen sind und welche Herausforderungen sie bewältigen mussten. Umso wichtiger sei ein Austausch zwischen den Generationen, um miteinander ins Gespräch zu kommen und voneinander zu lernen.

Frau Küttinger, langjähriges Vorstandsmitglied und Moderatorin des Stammtischs, wies darauf hin, dass sich die derzeit vielfach wahrgenommene negative gesellschaftliche Stimmung auch auf ältere Menschen auswirke und positive Aspekte des Lebens dadurch mitunter aus dem Blick gerieten.

Ein weiteres Thema war die Vielfalt des Alters. Die Erfahrungen der teilnehmenden Engagierten zeigen, wie ehrenamtliches Engagement dazu beitragen kann, das Interesse an aktuellen Themen wachzuhalten, soziale Kontakte zu pflegen und die Zufriedenheit im Alter zu fördern. Gleichzeitig stellte sich die Frage, wie ältere Menschen erreicht werden können, die sich zunehmend zurückziehen oder resignieren, und wie ihr Interesse an gesellschaftlicher Teilhabe wieder geweckt werden kann.

Digitalisierung als Möglichkeit zur Teilhabe

Im weiteren Verlauf tauschten sich die Teilnehmenden über Digitalisierung und Künstliche Intelligenz aus. Franz-Ludwig Blömker, Vorstandsvorsitzender der BaS, verwies in diesem Zusammenhang auf das Projekt „Digitaler Engel“. Mit unterschiedlichen Formaten sollen Menschen ermutigt werden, digitale Geräte und Anwendungen zu nutzen. Gerade bei eingeschränkter Mobilität können digitale Möglichkeiten dazu beitragen, gesellschaftliche und familiäre Kontakte aufrechtzuerhalten und Teilhabe zu ermöglichen.

Herr Schütz, der als Digital-Botschafter in Rheinland-Pfalz tätig ist, stellte ein neues Konzept der Medienanstalt Rheinland-Pfalz vor. In Koblenz, Speyer und Trier entstehen beziehungsweise bestehen Mediator-Zentren, die generationenübergreifend Möglichkeiten bieten, digitale Technologien kennenzulernen und auszuprobieren. Im Koblenzer Zentrum stehen beispielsweise Studios der Offenen Kanäle, 3D-Drucker und weitere digitale Angebote zur Verfügung.

Im Hinblick auf künstliche Intelligenz machte Frau Küttinger auf das Angebot des BAGSO Projektes KoKIA aufmerksam, die von 13. bis 15. Oktober eine digitale Herbstakademie zum Thema KI veranstalten.

Diskussion über Pflege und kommunale Unterstützungsangebote

Zum Abschluss der vielseitigen Diskussion wurde auch die aktuelle Debatte über Reformen der Pflegeversicherung aufgegriffen. Franz-Ludwig Blömker verwies darauf, dass es zum weiteren Umgang mit Pflegegrad 1 zur Zeit anscheinend noch keine abschließende Klarheit gebe. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es wahrscheinlich, dass die Voraussetzungen für einen Pflegegrad stärker eingegrenzt werden.

In der Gesprächsrunde wurde, bezugnehmend auf das Interview von Minister Linnemann, zudem die Bedeutung ambulanter und wohnortnaher Unterstützungsangebote hervorgehoben, die dazu beitragen können, stationäre Pflege möglichst zu vermeiden oder hinauszuzögern. Herr Blömker betonte in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit, entsprechende Projekte und Unterstützungsstrukturen vor Ort weiterzuentwickeln. Ohne eine ausreichende finanzielle Ausstattung der Kommunen sei deren Umsetzung jedoch nur schwer möglich.